Japan II | Teil 5: Okinawa 沖縄

Um 10 Uhr morgens war ich bereit zum Abflug aus Fukuoka. Mit der Billigairline Peach würde ich gegen Mittag in Okinawa landen. Ich hatte ehrlich gesagt ein wenig Schiss, da auf der frisch ausgedruckten Bordkarte stand «nur 7 Kilo Handgepäck» (ich hatte 17), und eine kurze Googlesuche ergab, dass das ziemlich strikt umgesetzt wurde.

Scheinbar sah ich aber so unverdächtig und so leichtbepackt aus, dass niemand weiter nachfragte, weder am Check-In Schalter, noch am Gate. Nochmal Glück gehabt für’s Erste.

In Naha, der Hauptstadt Okinawas, kam der Temperatursturz, aber aufwärts: Aus den eisigen 10°C in Fukuoka wurden angenehm warme 22°C in Okinawa. Auf dem Klo zog ich mich deshalb schnell um, bevor ich noch schmolz in meinen Winterkleidern, und machte mich mit der Monorail auf Richtung Downtown Naha.

Die Monorail ist die einzige Bahn in gesamt Okinawa – anders als im Rest Japans wird hier vor allem auf den Individualverkehr oder Busse gesetzt. Ich habe vor Bussen immer ein wenig Schiss, weil jede Stadt in Japan ein eigenes System hat: Manchmal muss man beim Einsteigen bezahlen, manchmal beim Aussteigen, bei manchen Busunternehmen funktionieren IC-Karten wie Suica, bei anderen muss man ein Ticket ziehen und und und…

Aber auf Okinawa lief alles wie am Schnürchen. Die Leute hier scheinen sowieso viel gechillter als im Rest Japans, so dass es auch nichts macht, wenn man beim Einsteigen oder Aussteigen mal ein wenig länger benötigt. Das kratzt in Okinawa niemanden, was ich sehr angenehm fand – dadurch hatte ich deutlich weniger Hemmungen.

Wie gewohnt: Gepäck abgeladen, und auf zum Sightseeing.

Von der Internationalen Strasse aus nahm ich die Monorail zur Burg Shuri.

Der Sightseeing-Spot schlechthin in Naha ist die Internationel Strasse, die Kokusai Dori. Dort sind alle möglichen Souvenirläden und Restaurants untergebracht. Ein spezielles Souvenir wäre der Schlangenschnaps Habushu – die Einfuhr davon in die Schweiz ist aber verboten, also konnte ich davon nichts mitnehmen.

Naha war schon zu Zeiten des Ryukyu Königreichs die Hauptstadt, und die Burg Shuri war Residenz der Herrscherfamilie.

Heutzutage kann man die Burg mit den angrenzenden Gärten besuchen.

Leider ist der Hauptkomplex der Burg im Oktober 2019 niedergebrannt – nur ein paar Monate, bevor ich in Okinawa war.

Ich liess mir den Besuch trotzdem nicht nehmen, und durch die erhöhte Lage hat man sowieso eine super Aussicht auf Naha und auch auf die Ostküste von Naha.

Denn Okinawa ist eine ziemlich kleine Insel – vom Aussichtspunkt aus konnte ich das Meer zu beiden Seiten der Inseln erblicken.

Wie üblich bei japanischen Sehenswürdigkeiten dürfen auch hier die Souvenirshops nicht fehlen.

Okinawa ist berühmt für die Blue Seal Ice Cream – entsprechend darf auch davon ein Laden in der Souvenirecke der Burg Shurti nicht fehlen.

Okinawa ist berühmt für die Blue Seal Ice Cream – entsprechend darf auch davon ein Laden in der Souvenirecke der Burg Shurti nicht fehlen.
Ich entschied mich für eine Kugel Zuckerrohr und eine Kugel Ube.


Zuckerrohr als Geschmacksrichtung für Eiscreme klingt zwar komisch, aber es funktioniert. Ich kann den Geschmack jedem nur empfehlen!

Nachdem ich mir die Burg Shuri unter die Lupe genommen hatte, fuhr ich mit dem Bus zurück ins Zentrum Nahas. In einem Konbini kaufte ich mir ein Bier, und damit schlenderte ich zum Stadtstrand von Naha.

Der Strand in Naha selbst ist nichts Besonderes; es ist lediglich ein kurzes Stück Strand, und über dem Wasser führt eine Brücke vom einen Ende der Bucht zum anderem. Aber normalerweise macht man die Badeferien in Okinawa auch nicht in Naha.

Wie bereits im letzten Post erwähnt habe ich mich in Fukuoka erkältet, und entsprechend ging ich heute recht früh ins Bett, da ich ziemlich erschöpft war und am nächsten Tag früh aufstehen musste.

Am Tag darauf fühlte ich mich glücklicherweise wieder topfit. Denn schon um 8 Uhr Morgens nahm ich einen Langstreckenbus in den nördlichen Teil der Insel: Wie ein kleines Kind freute ich mich auf das Churaumi Aquarium.

Ehrlich gesagt, war vor allem das Aquarium der Grund, weshalb ich so dringend nach Okinawa wollte. Ich habe im Internet unzählige Bilder des grossen Wassertanks gesehen, der Walhaie und Mantas beherbergt. Ich wollte einfach dahin!

Mit dem Bus ging es rund zwei Stunden in den Norden, bis wir am Aquarium ankamen.

Alleine von aussen ist das Aquarium schon schöner als alle anderen, die ich bisher besucht hatte: Von einer Anhöhe aus geht es eine Treppe hinunter Richtung Strand, und Tausende von Blumen in verschiedensten Farben sind auf einem riesigen Platz gepflanzt. In der Ferne ist die «Erdnussinsel» Ieshima auszumachen – ich war in diesen Ort sofort verliebt.

Ich wusste, dass das Aquarium in einem Park lag – aber ich hätte nie gedacht, dass es hier so schön wäre.

Das Aquarium selbst liegt vor allem unterirdisch – und das Becken mit den Walhaien und Mantas ist genau so beeindruckend, wie ich mir das schon immer vorgestellt hatte.

Mit einer Schüssel Taco-Rice sass ich im Restaurant und beobachtete das Treiben der riesigen Meeresbewohner durch die Glasscheibe. Das Aquarium ist so, so beeindruckend – ein Besuch ist ein absolutes MUSS, auch wenn die Busfahrt zum Aquarium ziemlich teuer ist.

Das eigentliche Highlight war aber gar nicht das Aquarium – sondern der Park, in welchem es lag.

In Richtung Norden liegt der Emerald Beach, welcher im Sommer wohl perfekt zum Baden ist.

Im Winter ist Baden nicht erlaubt, da dann keine Netze aufgespannt sind, um Quallen und Haie fernzuhalten.

Auf dem Weg zum Emerald Beach führen aber kleine Pfade zu kleinen Buchten, welche sich perfekt für ein Picknick eignen würden.

In Richtung Süden war ich die einzige Person im Park – ich war hier komplett alleine. Auch hier gab es immer wieder Schleichwege Richtung Meer – entweder direkt runter zum Wasser, oder zu einer Klippe, von wo aus ich wunderschöne Bilder schiessen konnte.

Ich verbrachte am Aquarium viel mehr Zeit, als ich ursprünglich eingeplant hatte – einfach, weil es meine Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen hatte.

Irgendwann musste ich aber trotzdem zurück zur Bushaltestelle: Ich wollte noch nach Nago, eine Stadt in der Nähe des Aquariums. Nago ist berühmt für seinen Castle Park, welcher im Februar ein beliebter Ort ist, um die Kirschblüten zu bestaunen.

Kirschblüten im Februar – das gibt es in Okinawa. Aufgrund des warmen Klimas blühen die Sakura schon gegen Anfang Februar.

Der Castle Park liegt auf einem Hügel. Eine gefühlt unendlich lange Treppe führt steil den Berg hinauf, links und rechts von Sakura gesäumt

Ich war wohl ein paar Tage zu spät, da die Blüte ihren Höhepunkt wohl schon überschritten hatte – aber trotzdem gelangen mir ein paar schöne Bilder im Castle Park.

Im Park verbrachte ich noch meine restliche Zeit in Nago – die Städte in Okinawa sind keine Augenweide, weshalb ich die Stadt nicht unbedingt sehen wollte. In Okinawa müssen Gebäude eben so gebaut sein, dass sie den vielen Taifunen Stand halten können, und das ist nicht die ästhetischste Bauweise.

Am Abend ging es also wieder per Highway Bus zurück nach Naha – und damit war mein Urlaub eigentlich vorbei. Am nächsten Morgen würde mich ein Billigflieger nach Seoul bringen, von wo aus ich nach Basel flog.

Und da gab’s dann doch noch Komplikationen mit meinem Handgepäck.

Ich flog mit einer koreanischen Billigfluggesellschaft, und die haben wirklich pingelig aufs Handgepäck geachtet – dann musste ich meinen Koffer doch noch für eine kleine Extragebühr aufgeben.

Aber für die tollen Ferien war es das definitiv wert.

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